Himmler privat – Briefe eines Massenmörders

9783492056328_previewKatrin Himmler, Michael Wildt
Verlag Piper (2014)
24,99€

„Mir geht es bei sehr vieler Arbeit sehr gut.”
Heinrich Himmler 1941 an seine Frau Marga, vier Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion

Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus (»das Judenpack«) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei. Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

„Die Geschichte der Nazizeit muss nicht umgeschrieben werden. Man erkennt vielmehr, wie nah das Böse uns auch heute noch sein könnte.”
Stuttgarter Zeitung

„Es sind solche Briefe des Alltags und der kleinen familiären Sorgen, die die Täter des Massenmordes als Menschen beschreiben, die unter uns und vielleicht sogar Nachbarn waren. Und genau das ist es auch, was die Briefe an Marga so furchterregend macht.”
Rheinische Post

„Man staunt – aber eher über die furchtbare Normalität.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die Echtheit der Schriftstücke ist von Wissenschaftlern bestätigt, die Banalität des Bösen erschreckt.
Saarbrücker Zeitung

„Wer zwischen den Zeilen zu lesen vermag, wird ahnen, dass das „kleine Karo“ des privaten Lebens und die Mordtaten Heinrich Himmlers doch irgendwie zueinander passen. In diesem Sinne bekommt der Briefwechsel eine Bedeutung, die dem Buch eine kritische Rezeption wünschen lässt. Für Voyeure gibt es dagegen nichts her.“
Jüdische Allgemeine